Die erste Funke

Die Stunden und Abstürze im Simulator häufen sich. Das Bewusstsein zwischen dem Fluggerät und dem Bediener steigt. Jetzt ist die Interesse soweit, dass eine weitere Investition anstehen könnte. Das Üben mit einem XBOX One Pad ist gut genug für die ersten Schritte, aber ab einem ernsthafteren Interesse, sollte die Wahl auf ein Transmitter fallen.

Und dann? Dann wird unter praxisnäheren Bedingungen weiter simuliert. Zu Ausrüstung empfehle ich ein anderes Verhältnis, als zu der Drohne an sich. Das heißt, die Kosten für jegliche Anschaffung dürfen von der Drohne schon unterschieden werden. Die Fernbedienung wird seltener über Baumkuppen fegen und mit höheren Geschwindigkeiten auf Schienbeine treffen. Deshalb mein Tipp für die Verhaltensweise bei Chef oder Mutti:

Ich persönlich suche nach einer Funke für unter 200€. Zwar steuere ich mit den Daumen, schließe aber in Ungewissheit den Zeigefinger für mehr Kontrolle nicht aus. In dem Beitrag möchte ich, wie vor jeder größeren Anschaffung folgende Fragen aufwerfen:

  1. Wird dieser Kauf mein Leben signifikant verbessern?
  2. Lässt sich der Gegenstand leihen oder von Freunden ausborgen?
  3. Würde der Wunsch nach einer Woche Wartezeit weiter bestehen?

Ganz einfach. Die Funke dient meiner persönlichen Weiterentwicklung. Freunde werden überbewertet: sollte ich mir was leihen oder Dienstleistung einfordern, wäre ich in einer endlosen Spirale von Umzugshelfern, Malern und semi-lockeren Thermomix Vertriebsveranstaltungen gefangen. Wenn ich diesen Beitrag beende, wird mindestens eine Woche vergangen sein.

Modelle

FrSky Taranis X-Lite 2,4Ghz

Augenscheinlich die erste Wahl im Vergleich mit dem XBOX One Gamepad. Hier hat auch nur der Daumen die Möglichkeit Kontrolle zu übernehmen, alles andere soll sehr unhandlich sein. Sie wird mit dem Simulator, wie jede Taranis über das Menü als Joystick konfiguriert und von beispielsweise LiftOff erkannt.

Besonderheiten

  • Modewechsel ohne Öffnen des Gehäuses
  • interne Antenne und externer Anschluss
  • Open Source Betriebssystem OpenTX
  • LCD 128×64 mit Beleuchtung
  • Tonausgabe
  • Micro-SD Slot
  • Modellspeicher: 60 Modelle (erweiterbar durch Micro SD-Karte)

Technische Daten

  • 376g Betriebsgewicht
  • 16 Kanäle
  • 190mA@7.4V Betriebsstrom
  • Latenz: 12-20ms
  • 18500 Li-Ionen-Akku (nicht im Lieferumfang)

Der Preis ist rund um die 150€. Der Lieferumfang glänzt zwar nicht mit dem Akku, aber dem angesprochenem Softcase, einer SD-Karte, deutschen Anleitung, Externantenne und zwei verschiedenen Längen an Sticks.

die S oder Pro Version

Jetzt wird es spannend. FrSky bietet noch ein erweiterte X-Lite Modelle an. Das normale Modell und die S Version gibt es in den Farben Rot und Schwarz. Das Pro Modell hat ein dunkles blau.

  • Kompatibel mit der FrSky Free Link App
  • zusätzlich zwei belegbare Buttons
  • HF-Rauscherkennung mit Spektralanalysefunktion der OpenTX
  • Akku Lademöglichkeit durch Mirco USB
  • 6-Achsen Bewegungssensor
  • Stärkeres RF Modul (Höhere Reichweite)
  • Kabelverbundes Training durch 3,5mm Audioklinke möglich

Das sind für 20€ mehr schon ziemlich gute Argumente. Die bequemere Lademöglichkeit, Rauscherkennung und App Unterstützung sind verlockend und die Reichweite, Buttons und Sensoren nimmt man immer gerne mit. Es gibt noch weitere Vorzüge mit dem Pro Modell.

  • noch mehr Reichweite
  • SWR-Meter (Stehwellenmessgerät)
  • akkurate Ladestandsanzeige
  • CNC-Gymbals (Sticks)

So. Über was für eine Reichweite reden wir jetzt eigentlich? In Deutschland darf der Transmitter nur 25mW bei 5,8Ghz senden. Das können mit einer richtigen Antenne, bei freier Sicht und ohne Störsignale über 800m sein. Nun ist das übermitteln von Daten immer ein Spiel zwischen Sender und dem richtigen Empfänger. Ich kann und möchte mich nicht festlegen und gehe noch einmal darauf ein, wenn ich mehr Erfahrungen habe. Das Pro Modell soll c.a. 200€ kosten.

Flysky FS-NV14 14CH (Nirvana)

Das Modell erinnert mich an die ersten Spin-Offs der PlayStation Pads, die immer zu dünn konstruiert waren und ihrer Rapid-Fire Funktion mehr oder weniger trumpften. Diese widerlichen Reflektionen der Chromteile und diese abnormale Form können nicht ignoriert werden. Es sieht nun mal aus wie ein Spielzeug und seien wir ehrlich, das ist es. Nach einem handfesten Test von Phillipp Seidel lässt sich auch mit Zeigefinger pinchen. Für den Preis von c.a. 160€ lässt sie sich direkt über USB verbinden und bei LiftOff nutzen.

Besonderheiten

  • USB Ausgang für Simulator
  • LCD 480×320 Touchscreen mit Beleuchtung
  • einzigartige Ergonomie? Soll schön sein.
  • begrenztes OpenTX um simpel und intuitiv zu sein
  • Micro-SD Slot
  • Vibrations-Motor
  • mit USB ladbar
  • interne Antenne und externe Anschlussmöglichkeit
  • 32-Bit M4-Core-Prozessor
  • Bluetooth

Technische Daten

  • 14 Kanäle
  • 603g Sendergewicht ohne Akku, mit c.a. 740g
  • keine Angabe zur Latenz (angeblich besser als FrSky Modelle)
  • keine Angabe zum Betriebsstrom, aber deutlich höher als X-Lite Modelle
  • 2 Stück 18650 Akkus

Der Test von Phillipp Seidel hat mir den Traum bereits gedämpft. Die Firmware entspricht nicht dem OpenTX Grundsätzen und ist verfügt über einen Haufen von Bugs ohne Aussicht auf Besserung. Zum Start war ich begeistert mit der Schnittstelle zum Simulator und der „Ergonomie“, aber aktuell bin ich eher abgeneigt, mich auf das Abenteuer einzulassen.

TBS Tango 2

Team Blacksheep hat ebenfalls ein spannendes Angebot. Optisch im Stealth-Design kommt die normale Version mit eingebautem Crossfire, ausschwenkbarer Antenne und wenn ich so den Werbetext lese, frage ich mich, warum ich diese Aufzählung hier überhaupt mache und nicht sofort meine Kreditkarte belaste. Ganz einfach: Sie soll c.a. 180€ kosten und ist aktuell noch nicht so richtig auf dem Markt angekommen.

Besonderheiten

  • einstellbarer Widerstand der Gymbals
  • Ersatzfederpaket für geringere Gymbalspannung im Lieferumfang
  • eingebautes Crossfire (bis 30km stabilere Sendeleistung)
  • Schwenkantenne, die gleichzeitig ein Standfuß ist
  • 128×69 OLED farbloser Bildschirm mit Hintergrundbeleuchtung
  • 100+ Modellspeicher mit SD Karte
  • TBS Cloud kompatibel
  • Akku durch USB-C ladbar
  • Betriebssystem FreedomTX, einer Abkopplung des OpenTX

Technische Daten

  • 12 Kanäle
  • eingebauter 5000mAh Akku
  • 516g Betriebsgewicht
  • Latenz: unbekannt, soll natürlich bahnbrechend gering sein
  • 8 Stunden Akkulaufzeit

Auch hier gibt es wieder ein Pro-Modell, welches zusätzliche Funktionen besitzt. Für die 50€ mehr lassen sich die Sticks für eine feine Schubregelung einklappen, eine passende Samttasche, Aufkleber und Schlüsselanhänger abstauben. Oh und eine Drosselklappenbegrenzungsschraube inkl. Inbusschlüssel. Ein kleines bisschen unattraktive Preisgestaltung für Fanboys, flüstert mir mein Instinkt.

Zusammengefasst ist es ein All-In-One Gerät mit 30 Kilometer Sendeleistung und USB Verbindung zum Simulator. Das eingebaute Crossfire Modul kostet als Stand-Alone schon knapp 200€.

Jumper T8SG V2 Plus & Turnigy Evolution

Bei meiner Recherche sind mir zwei Transmitter immer wieder begegnet und wahrscheinlich für einen Anfänger, wie mich, genauso gut geeignet wie die oben genannten Modelle.

Der Preis lag bei beiden Modellen bei c.a. 50€. Das Evolution Modell lässt sich sogar per Plug and Play an den Simulator schalten. Der Bumblebee Jumper ist kein herkömmlicher Ziegelstein Er ist wesentlich kompakter und wird mit einem AA-Batteriepack versorgt.

Beide Transmitter sind ebenfalls bestens und vielleicht sogar besser geeignet für den Start.

Fazit

Die Verbindung zum Simulator kann bei jedem genannten Modell ohne Zubehör USB-Stick hergestellt werden. Die Recherche nach Transmittern ergab viele Begriffe, die mir unbekannt sind aber es nicht bleiben werden. Durch das Suchen bin ich auch auf viele deutsche informative Seiten gelangt und habe festgestellt, dass die deutsche FPV-Szene größer ist als gedacht und durchaus eine Berechtigung hat.

Ich habe mich für die TBS Tango 2 entschieden und melde mich, sobald sie eintrifft.

2 Kommentare

  1. 16. Februar 2020
    Antworten

    Guter Artikel und Wahl zur Tango 2. Die Software steckt noch etwas in den Kinderschuhen, aber sie wird nun nach und nach von Bugs befreit! Ein Artikel zur Tango 2 kommt demnächst auch auf meinem Blog.

    Gruß,
    Phil

  2. need.my.air
    16. Februar 2020
    Antworten

    Danke für deinen Kommentar Phil. Ich bin schon gespannt auf deinen Artikel zur Tango 2. Bisher scheint sie mir die erste Wahl.. da bin ich immer skeptisch.

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